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12. Reise – Auch Tiere leiden in diesem Krieg

20. August 2024 Dani Comments Off

Es war die bislang längste Tour seit Start der Hilfe des Teams von KlotenHelpsUkraine. Der Start für die Sommer-Hilfstour in die Ukraine war eigentlich in der Nacht zum 1. August geplant. Doch auch bei dieser Reise verzögerte sich die Abfahrt um ein paar Tage, so dass der Klotener Buchs Daniel erst am Samstagnachmittag 3. August startete. Hauptgrund war eine geplante Reparatur an der Vorderachse des Transportfahrzeuges, welche aus Kostengründen am Montag 5. August in Lemberg (L’viv) durchgeführt wurde.

Bevor es soweit war, konnten wieder fleissig Sachspenden in den umliegenden Gemeinden eingesammelt oder entgegen genommen werden. Auch diesmal waren die meisten Sachspenden aus den Nachbargemeinden Nürensdorf, Bassersdorf oder aus dem umliegenden Unterland. Diesmal waren auch fast 100KG Tierfutter dabei. An mehreren Tagen wurden die Sachspenden durch Mägi und ihr Team sortiert und verpackt. An zwei Samstagen wurden dann die Sachspenden gewogen, etikettiert und in den Transporter verladen.

Da die Abfahrt wegen dem Termin in der Garage erst auf Samstag geplant war, konnte ein teil des Teams noch an der Bundesfeier teilnehmen. Am Samstagnachmittag fuhr Buchs Daniel dann wiederum über Deutschland, Tschechien und Polen Richtung Ukraine. Am frühen Sonntagabend traf er dann in Lwiw ein, wo er den Transporter inklusive Anhänger bei der befreundeten Garage deponiert hatte und kurz darauf das Hotelzimmer bezog. Die Reparatur dauerte bis am Dienstagmittag, weshalb Buchs zwei Tage im Hotel verbringen musste. Leider goss es dermassen in diesen Tagen, dass nicht einmal eine Stadtbesichtigung möglich war. 

Nach Abholung des reparierten Fahrzeuges ging es zum ersten Lieferort, der TATOhub in der westukrainischen Stadt Chmelnyzkyj. Hierhin hatte das Team von KHUA schon einmal Sachspenden geliefert. Auch diesmal waren wiederum Kleider und Hygieneartikel dabei. Nach dem Entladen der ersten Sachspenden fuhr Buchs noch am selben Abend weiter in das 120km entfernte Winnyzja, wo er übernachtete.

Am Tag danach ging es weiter über Shytomyr nach Borodjanka, nordöstlich der Hauptstadt Kiev. Es stand der Besuch des Kindergartens auf dem Programm, welcher mit Hilfe der Stadt Kloten und mit Unterstützung des Teams von KlotenHelpsUkraine wiederaufgebaut wurde. Buchs besichtigte die letzten Abschlussarbeiten, bevor der Kindergarten auf den 1. September für das neue Schuljahr eröffnet wird. Danach hat Buchs zusammen mit seinem Freund Anatoljy im Zwischenlager Feuerwehr-Artikel sortiert, welche im April mit dem Lastwagen aus der Schweiz hergebracht wurden. Einen Teil davon nahm Buchs Tage später auf der weiteren Reise in die Ostukraine mit. Am Abend fuhr er nach Kiev, um die weitere Reise zu organisieren.

Am Donnerstag führte die Reise Richtung Osten nach Kharkiv. Nach rund 350km wurde unterwegs in Poltawa weitere Sachspenden übergeben, welche durch Freiwillige in der Region Sumy an Vertriebene verteilt werden. Danach ging es weiter nach Kharkiv, wo er dem Volontär Dmitrii fast 100kg Hunde- und Katzenfutter überreichen konnte. Dieser setzt sich in der Region Sumy und Kharkiv für zurückgelassene oder ausgesetzte Tiere ein. 

Über den Nationalpark Homolscha-Wälder ging es dann ins 100km entfernte Dorf Balakliia. Hier durfte Buchs Materialspenden für die Ortsfeuerwehr ausliefern. Anschliessend führte die Reise weiter zum TATOhub in Kramatorsk. Diese Organisation wird seit März 2023 durch das Team von KlotenHelpsUkraine unterstützt. Gegen 20 Uhr Ortszeit traf Buchs dort ein. Wiederum konnten viele Kleider und Hygieneartikel für die Bewohner der Region, aber auch Fahrräder für Volontäre  abgegeben werden. Es waren aber auch wieder viele Bastelsachen dabei, welche der TATOhub in Therapiekurse mit den traumatisierten Kindern benötigt. Nach einem langen Tag mit vielen Schlaglöchern und etlichen hundert Kilometern verbachte Buchs die Nacht in der Nähe von Pokrowsk.

Am Freitag führte die Rückreise mit dem leeren Fahrzeug über Dnipro, wo der Klotener eine Stadtbesichtigung machte. Der Tag zuvor war ziemlich anstrengend, weshalb heute eher ein ruhigerer Tag verbracht wurde und dann auch in der Nähe der Stadt übernachtete. Am Tag danach traf Buchs wieder in Kiev ein, wo er bis Sonntag verbrachte und die weiteren Lieferungen für die folgende Woche koordinierte. Ebenso stand am Sonntag ein Ausflug im nahegelegenen Park des Partisanenruhmes auf dem Programm. Ein riesiger Park mit Wald, Wiesen, zwei Seen, vielen Attraktionen für Kinder, ein Riesenrad und vieles mehr.

Am Montag fuhr Buchs dann wieder nach Borodjanka, wo zwei Lieferungen erneut für die Region Poltawa vorbereitet wurden. Diesmal konnten mehrere Kartons Hygieneartikel, aber auch knapp 300kg Wachsresten und Zubehör, um Büchsenkerzen für die Frontlinie herzustellen, ausgeliefert werden. Das Zubehör für die Büchsenkerzen kamen gemäss Buchs aus den Gemeinden Bassersdorf und Nürensdorf. Dort haben ukrainische Geflüchtete sowie zahlreiche Helferinnen jeweils Büchsenkerzen hergestellt.
Erstmals fuhr Buchs zwei Mal auf derselben Tour Richtung Ostukraine, was die Reise gesamthaft natürlich verlängerte. Jedoch wollte er die Chance nutzen, einiges an angesammelten Sachspenden zu verteilen. Nachdem eine Palette mit Nova Poshta nach Kharkiv verschickt wurde, fuhr Buchs am Abend nochmals los in das über 400km entfernte Poltawa. Spätestens jetzt war auch den meisten in der eigenen Chat-Gruppe klar, dass Buchs nicht wie geplant bis Sonntag zurück in der Schweiz sein würde.

Am Mittwoch und Donnerstag standen ebenso der Besuch von zwei Tierheimen ausserhalb Kiev’s auf dem Programm, mit denen das Team von KlotenHelpsUkraine zukünftig zusammenarbeiten möchte. Denn immer wieder bekommt das Team auch Tierfutter als Sachspenden. Zudem möchte das Team von Dani Buchs zukünftig auch längerfristige Projekte  unterstützen.
Das erste Hundeheim war in der Nähe von Tschornohorodka südwestlich von Kiev. Hier werden zur Zeit etwa 27 Hunde gehalten, welche gerettet wurden und auf ein neuen Platz bei einer Familie warten. Das Gehege ist sehr gepflegt, die Tiere waren sehr zutraulich. Das Team ist mit 7 Personen überschaubar, setzt jedoch viel auf Rettung und das Recht für die Tiere, welche teilweise bei den Besitzern misshandelt wurden.

Das zweite Hundeheim wird von einem Team Freiwilliger aus Borodjanka betreut.  Galyna und Irina fuhren mit mir ins Dorf Nebrat, wo sich das Gehege befindet.  Im Moment beherbergen sie etwa 60 Hunde. Wir sprachen über zukünftige Projekte und mögliche Unterstützung. Am liebsten hätte ich gleich 2 Welpen eingepackt.

Am vergangenen Freitag startete gegen Mittag dann die Rückreise, wobei wiederum in Chmelnyzky ein Halt eingeplant war. Diesmal waren Sachspenden für zwei Stützpunktfeuerwehren dabei, welche überbracht werden konnte. Noch am Abend traf Buchs dann in L’viv ein und versuchte in der Nacht noch rasch über die Grenze nach Polen zu fahren.

Der Grenzübertritt nach Polen war diesmal anders als bei der letzten Reise. Obschon normal nachts wenig Verkehr an der Grenze ist, wurde Buchs kurz zuvor vom Militär gestoppt, was zu einem ersten Unterbruch führte. Kurz darauf kam Buchs dann gegen halb Zwei am Morgen nahe der Grenze an, wo bereits ein langer Stau herrschte. Das Navi zeigte +11 Minuten an. Doch Buchs schrieb in der WhatsApp-Gruppe, dass es aus Erfahrung sicher 2 Stunden dauern wird, bis er am Zoll sein wird. Leider wurde nichts daraus, er  kroch über 3.5 Stunden bis zum Grenzübergang Ukraine – Polen, bevor er auf der polnischen Seite ebenfalls nochmals 1.5h verbringen musste und dann gegen 6 Uhr am Morgen in Polen war.
Am Samstagabend fuhr Buchs noch bis Prag weiter, was infolge heftigen Regenfällen sehr mühsam war. Unterwegs gab es noch Verpflegung im Auto sowie Online-Sprachunterricht. Leider war auch tags darauf das Wetter über Tschechien und Deutschland nicht viel besser, so dass gegen Sonntagabend Buchs  ziemlich müde eintraf. Es war mit über 7100km die längste Reise bisher.

Die nächste Reise ist auf Anfang Oktober geplant.