Bislang über 71’000km in 12 Hilfstouren zurückgelegt, über 30 Tonnen Hilfsgüter an Bedürftige und eine Tonne Hilfsmaterial an Feuerwehren des nationalen Katastrophenschutzes DSNS in der Ukraine ausgeliefert, den Wiederaufbau eines Kindergartens unterstützt, zwei Tierschutzorganisationen finanziert und mit fast 500 Kilogramm Futter versorgt; seit Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 hilft das Team von KlotenHelpsUkraine den Menschen und auch Tieren in der Ukraine. Doch bei dieser 13. Reise sollte alles anders werden.
Plangemäss startete die erneute Hilfstour in die Ukraine am Donnerstag 10. Oktober. Doch diesmal fuhr der Klotener Buchs Daniel nicht alleine. Denn paar Tage vorher erhielt er einen Anruf vom 20-jährigen Zürcher Ueli Stücheli, der ihn begleiten und sich auch in der Ukraine engagieren wollte. Der gelernte Landschaftsgärtner hatte die Lehre bei der Eberhard Gartenbau AG in Kloten absolviert und kam dadurch kurz vor der Reise zum Team dazu. Bei einem Erstgespräch wurde Stücheli von Buchs ausführlich über die Risiken vor Ort, aber auch über notwendigen Notfall-Vorbereitungen informiert. Bereits am nächsten Tag besorgte sich der Zürcher selbst seine persönliche Schutzausrüstung, welche im Oblast Donezk notwendig ist. Da jedoch das Zugfahrzeug bei der ersten Kontrollwägung schon mit 25 Kilogramm überladen war, musste am Tag vor der Abfahrt auch noch Hilfsgüter auf den Anhänger umgeladen werden, damit der Zürcher mitfahren konnte.
Der erste Vorteil des neuen Begleiters zeigte sich bereits bei der Fahrt nach Kerczowa an der polnisch-ukrainischen Grenze. Da sich die beiden Fahrer abwechseln konnten, während sich der eine Fahrer ausruhte, erreichte das Team die ukrainische Grenze einige Stunden früher als bei den bisherigen Fahrten. Auch der Grenzübertritt erfolgte reibungslos und so kam das Duo am Freitagabend kurz vor Mitternacht in Lviv an, wo erste Waren abgeladen wurden. Die Fahrt wurde dann bis kurz vor Riwne in der Zentralukraine weitergeführt, wo sie dann gegen 2 Uhr am Morgen ein Hotel nahmen. Ein paar Stunden später fuhr das Team weiter Richtung Borodjanka und besuchte unterwegs das Denkmal der Opfer vom Budcha-Massaker sowie eine Osaken-Ruine. Gegen 17 Uhr wurden in Borodjanka weitere Sachspenden für den Kindergarten sowie im eigenen Zwischenlager auch Feuerwehrartikel ausgeladen. Das Nachtessen und die Übernachtung erfolgte beim ukrainischen Freund Anatolji und seiner Familie, wie man dem Gruppen-Chat von Buchs entnehmen konnte.
Am Sonntag besichtigte das Team den renovierten Kindergarten und anschliessend wurden noch Hygieneartikel im Zwischenlager aufgeladen, bevor die Reise weiter nach Poltawa Richtung Osten ging. Dort wurde für ein Dorf in der Region Kupjansk noch Schulmaterial für 30 Kinder eingekauft. Am späteren Abend trafen Buchs und Stücheli dann in Kharkiv ein, wo sie übernachteten. Im Zenrum von Kharkiv wurden am Montagmorgen weitere Sachspenden für die Gemeinde Spodobivka nahe Kupjansk eingekauft: Motorsägen, Äxte, Entwurmungsmittel für Tiere, 30 Etuis für Schüler und auch ein Starlink-Internet-Set hatte das Team mitgebracht. Nach rund 150km trafen die beiden im abgelegenen Dorf Spodobivka nahe der umkämpften Stadt Kupjansk in der Ostukraine ein. Im Dorf leben noch etwa 120 Familien. Nach einem kurzen Kaffee bei der Bürgermeisterin wurden die Sachspenden abgeladen, denn das Team wollte noch am frühen Abend Kramatorsk erreichen.
Eine Stunde später ging es über holprige mit Schlaglöcher übersähten Strassen via Izjum weiter ins 130km entfernte Kramatorsk, wo sie gegen 19 Uhr nicht ganz schadlos eintrafen. Denn wegen den vielen massiven Schlaglöchern haben sie unterwegs die Ölschutzwanne abgerissen und mussten diese auf den Anhänger binden und mitführen.
In Kramatorsk stand bereits das ganze Team des TATOhub bereit, um beim Abladen mitzuhelfen. Zur Überraschung von Buchs war aber auch ein Journalistenteam vor Ort, welche dem Team anschliessend noch Fragen über die bisherige Hilfstouren und die Beweggründe der Unterstützung stellte. Übernachten konnte das Duo dann in einem Appartement des TATO-Teams. Die Nacht verlief aufgrund der nahen Frontlinie sehr unruhig. Nach einem Besuch des Zentrums und einem Dessert im Cofe One in Kramatorsk ging die Fahrt am nächsten Tag zurück nach Kharkiv. Dort übergaben die beiden von KlotenHelpsUkraine dem Volontär Dmitri erneut Futter für Hunde und Katzen, welche in der umkämpften Region Sumy von Geflüchteten meistens zurückgelassen wurden. 400 Kilometer später trafen Buchs und Stücheli gegen 19 Uhr wieder in Poltawa ein. Zusammen mit dem Volontär Andrii und seiner Kollegin wurden weitere Sachspenden eingeladen, bevor das Duo dann ihr Zimmer im nahegelegenen Hostel bezog.
Knapp eine Woche später nachdem das Team von KlotenHelsUkraine zur 13. Reise aufgebrochen war, starteten die beiden am Mittwochmorgen bereits um 4 Uhr zur zweiten Reise in die Ostukraine, genauer in den Oblast Donezk. Zum ersten Mal überhaupt seit Beginn der Hilfstouren, begleiteten Buchs und Stücheli ein Volontär-Team, welche die Frontguys der Armee unterstützte. Von Poltawa führte die Reise mit zwei Fahrzeugen und Anhänger über Dnipro und Pavlohrad (hier wurden noch 150 Gas-Kartuschen eingekauft) nach Hryshyne nördlich der Stadt Pokrowsk, wo erste Frontkämpfer mit Lebensmittel, Tabak, Energiedrinks aber auch Matzratzen und Schlafsäcke versorgt wurden. Nach kurzem Schwatz ging es ohne Anhänger erst zum Stadtrand von Pokrwosk, wo an einer Tankstelle weitere Sachspenden an ein Frontteam übergeben wurde. Danach ging es südwärts nach Schewtschenko, wo ein weiterer Stop geplant war und Sachspenden verteilt wurden. Ein Kaffee und paar Kilometer weiter hinter einem Kohlebergwerk war der nächste Halt. Während dem man am Treffpunkt auf die Kontaktperson wartete, versorgten Buchs und Stücheli zurückgelassene Hunde mit Futter. Obschon diese sehr verängstigt und traumatisiert sind, waren sie nach wenigen Minuten auch sehr zutraulich. Als die Kontaktperson eintraf, fuhren das Team mit rasantem Tempo nahe der Frontlinie von Selydowe Richtung Frontstadt Kurachowe, welche an einem See liegt. Doch leider (oder vielleicht zum Glück) konnte das Team nur bis Andrijiwka fahren, da eine Brücke zerstört war. Dort wurden die letzten Sachspenden abgegeben und Diesel für die Rückfahrt bezogen. Danach ging es genau so rasant wieder zurück nach Pokrowsk und von da über Pavlohrad nach Poltawa, wo Buchs und Stücheli erneut übernachteten. Ein harter Tag und gefährlicher Tag mit 775km Strecke ging somit zu Ende.
Am nächsten Morgen, der ominöse Donnerstag eine Woche nach Start, trafen sich Buchs und Stücheli noch zu einem Kaffee mit Volontär Andrii, bevor die beiden Richtung Kiev aufbrachen. Nach einem Mittagessen in Velika Krucha haben die beiden kurz vor Kiev noch das total schmutzige Fahrzeug und den Anhänger etwas gewaschen. Der Plan war, für die Rückreise in die Schweiz dann den Anhänger im Bus zu verstauen, was weitere Zeit eingespart hätte. Doch es kam alles anders als geplant.
Denn mitten in Kiev auf der Palton-Brücke hatte das Team um 16 Uhr einen Unfall. Wegen der stark blendenden Sonne fuhr Buchs trotz Vollbremsung einem vorderen Fahrzeug auf. Er war auch abgelenkt durch den rasanten Feierabendverkehr und den zackigen Spurwechsel. So scherte unmittelbar vor dem Auffahrunfall ein Fahrzeug nach links weg. Der Aufprall war so heftig dass auch ein drittes Fahrzeug voraus beschädigt wurde. Doch zum Glück wurde niemand verletzt. Dank dem Freundes-Netzwerk in der Ukraine war rasch Hilfe vor Ort. So kam nach etwa 45 Minuten die Polizei und nochmals eine halbe Stunde später auch ein Vertreter der internationalen Versicherungsagentur, welche die Greencard regelt. Dieser organisierte nicht nur die beiden Abschlepp-LKW’s für den Bus und den Anhänger von KlotenHelpsUkraine, sondern auch einen befreundeten Garagisten, wo die Fahrzeuge hingebracht wurden. Buchs wurde, nachdem Unfallskizze und Protokoll ausgefüllt und Fotos gemacht waren, wegen Nichtanpassen der Geschwindigkeit und des Abstandes den Fahrausweis entzogen, da er nicht Ukrainer war. Damit wollte man verhindern, dass Buchs ausreist ohne die Busse zu bezahlen.
Am nächsten Morgen ging Buchs sodann um 10 Uhr zur Polizeihauptwache, welche dann mit ihm zum Gericht gefahren ist. Nach einem kurzen Protokoll und etwa 32 EUR weniger im Sack für die Busse und Gerichtskosten, konnte Buchs gegen 14.30 Uhr auf der Hauptwache seinen Fahrausweis wieder entgegen nehmen. Doch nun galt es die Rückreise in die Schweiz zu organisieren, da erst mit der Versicherung geklärt werden muss, ob das Fahrzeug repariert werden kann. Kurzerhand wurde über einen Freund ein Ersatzwagen für Volontäre organisiert. So war das Team von KlotenHelpsUkraine in Kiev noch mobil. Am Abend besuchten sie noch ein paar Sehenswürdigkeiten im Zentrum, bevor sie am Samstag mit dem Ersatzwagen nach Lviv fuhren.
In Lviv bezogen sie für zwei Tage ein Hotel um die Rückreise über Polen in die Schweiz zu organisieren. Zudem musste am Montagmorgen auch der Ersatzwagen abgegeben werden. Schnell war klar, dass man ab dem polnischen Rzeszow am Dienstagmorgen einen Flug nach Zürich haben wird. Die Frage war nur noch, wie kommt man von Lviv dorthin. Dank Hilfe beim Hauptbahnhof Lviv konnte über eine ukrainische App ein Zug bis zur Grenze gebucht werden. Die Strecke ab Grenze bis zum Flughafen musste über eine polnische App gebucht werden. Nach einer Sideseeing-Tour durch Lviv und einer letzten Nacht, brachen Buchs und Stücheli am Montagmittag mit dem Zug Richtung Polen auf. Doch weil die Reise bis zur Grenze und auch die Grenzkontrolle in Przemysl über eine Stunde länger dauerte, als gemäss Fahrplan vorgesehen, wurde natürlich der Anschlusszug zum Flughafen verpasst. Sichtlich genervt nahm das Duo ein UBER bis zum Flughafen, wo sie dann gegen Abend endlich eintrafen. Nach einer schlaflosen Nacht konnten sie um 3.45 Uhr einchecken und das Gepäck abgeben, bevor sie um 5.30 Uhr nach Warschau flogen. Dort ging es dann ohne grosse Pause gleich weiter nach Zürich, wo die beiden von KlotenHelpsUkraine gegen 10 Uhr am Dienstagmorgen letzte Woche sichtlich müde eintrafen und abgeholt wurden.
Nach einer weiteren Woche ist nun auch bereits klar, dass das Fahrzeug wohl repariert wird. Da die Kosten für Material und Arbeit in der Ukraine um das x-fache günstiger sind, fiel die Offerte für die Reparatur unerwartet tiefer aus. Buchs plant, die nächste Reise vorzuziehen und das Fahrzeug bereits Anfang Dezember abzuholen.
13. Reise – Frontguys und erster Unfall in der Ukraine
Bislang über 71’000km in 12 Hilfstouren zurückgelegt, über 30 Tonnen Hilfsgüter an Bedürftige und eine Tonne Hilfsmaterial an Feuerwehren des nationalen Katastrophenschutzes DSNS in der Ukraine ausgeliefert, den Wiederaufbau eines Kindergartens unterstützt, zwei Tierschutzorganisationen finanziert und mit fast 500 Kilogramm Futter versorgt; seit Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 hilft das Team von KlotenHelpsUkraine den Menschen und auch Tieren in der Ukraine. Doch bei dieser 13. Reise sollte alles anders werden.
Plangemäss startete die erneute Hilfstour in die Ukraine am Donnerstag 10. Oktober. Doch diesmal fuhr der Klotener Buchs Daniel nicht alleine. Denn paar Tage vorher erhielt er einen Anruf vom 20-jährigen Zürcher Ueli Stücheli, der ihn begleiten und sich auch in der Ukraine engagieren wollte. Der gelernte Landschaftsgärtner hatte die Lehre bei der Eberhard Gartenbau AG in Kloten absolviert und kam dadurch kurz vor der Reise zum Team dazu. Bei einem Erstgespräch wurde Stücheli von Buchs ausführlich über die Risiken vor Ort, aber auch über notwendigen Notfall-Vorbereitungen informiert. Bereits am nächsten Tag besorgte sich der Zürcher selbst seine persönliche Schutzausrüstung, welche im Oblast Donezk notwendig ist. Da jedoch das Zugfahrzeug bei der ersten Kontrollwägung schon mit 25 Kilogramm überladen war, musste am Tag vor der Abfahrt auch noch Hilfsgüter auf den Anhänger umgeladen werden, damit der Zürcher mitfahren konnte.
Der erste Vorteil des neuen Begleiters zeigte sich bereits bei der Fahrt nach Kerczowa an der polnisch-ukrainischen Grenze. Da sich die beiden Fahrer abwechseln konnten, während sich der eine Fahrer ausruhte, erreichte das Team die ukrainische Grenze einige Stunden früher als bei den bisherigen Fahrten. Auch der Grenzübertritt erfolgte reibungslos und so kam das Duo am Freitagabend kurz vor Mitternacht in Lviv an, wo erste Waren abgeladen wurden. Die Fahrt wurde dann bis kurz vor Riwne in der Zentralukraine weitergeführt, wo sie dann gegen 2 Uhr am Morgen ein Hotel nahmen. Ein paar Stunden später fuhr das Team weiter Richtung Borodjanka und besuchte unterwegs das Denkmal der Opfer vom Budcha-Massaker sowie eine Osaken-Ruine. Gegen 17 Uhr wurden in Borodjanka weitere Sachspenden für den Kindergarten sowie im eigenen Zwischenlager auch Feuerwehrartikel ausgeladen. Das Nachtessen und die Übernachtung erfolgte beim ukrainischen Freund Anatolji und seiner Familie, wie man dem Gruppen-Chat von Buchs entnehmen konnte.
Am Sonntag besichtigte das Team den renovierten Kindergarten und anschliessend wurden noch Hygieneartikel im Zwischenlager aufgeladen, bevor die Reise weiter nach Poltawa Richtung Osten ging. Dort wurde für ein Dorf in der Region Kupjansk noch Schulmaterial für 30 Kinder eingekauft. Am späteren Abend trafen Buchs und Stücheli dann in Kharkiv ein, wo sie übernachteten. Im Zenrum von Kharkiv wurden am Montagmorgen weitere Sachspenden für die Gemeinde Spodobivka nahe Kupjansk eingekauft: Motorsägen, Äxte, Entwurmungsmittel für Tiere, 30 Etuis für Schüler und auch ein Starlink-Internet-Set hatte das Team mitgebracht. Nach rund 150km trafen die beiden im abgelegenen Dorf Spodobivka nahe der umkämpften Stadt Kupjansk in der Ostukraine ein. Im Dorf leben noch etwa 120 Familien. Nach einem kurzen Kaffee bei der Bürgermeisterin wurden die Sachspenden abgeladen, denn das Team wollte noch am frühen Abend Kramatorsk erreichen.
Eine Stunde später ging es über holprige mit Schlaglöcher übersähten Strassen via Izjum weiter ins 130km entfernte Kramatorsk, wo sie gegen 19 Uhr nicht ganz schadlos eintrafen. Denn wegen den vielen massiven Schlaglöchern haben sie unterwegs die Ölschutzwanne abgerissen und mussten diese auf den Anhänger binden und mitführen.
In Kramatorsk stand bereits das ganze Team des TATOhub bereit, um beim Abladen mitzuhelfen. Zur Überraschung von Buchs war aber auch ein Journalistenteam vor Ort, welche dem Team anschliessend noch Fragen über die bisherige Hilfstouren und die Beweggründe der Unterstützung stellte. Übernachten konnte das Duo dann in einem Appartement des TATO-Teams. Die Nacht verlief aufgrund der nahen Frontlinie sehr unruhig. Nach einem Besuch des Zentrums und einem Dessert im Cofe One in Kramatorsk ging die Fahrt am nächsten Tag zurück nach Kharkiv. Dort übergaben die beiden von KlotenHelpsUkraine dem Volontär Dmitri erneut Futter für Hunde und Katzen, welche in der umkämpften Region Sumy von Geflüchteten meistens zurückgelassen wurden. 400 Kilometer später trafen Buchs und Stücheli gegen 19 Uhr wieder in Poltawa ein. Zusammen mit dem Volontär Andrii und seiner Kollegin wurden weitere Sachspenden eingeladen, bevor das Duo dann ihr Zimmer im nahegelegenen Hostel bezog.
Knapp eine Woche später nachdem das Team von KlotenHelsUkraine zur 13. Reise aufgebrochen war, starteten die beiden am Mittwochmorgen bereits um 4 Uhr zur zweiten Reise in die Ostukraine, genauer in den Oblast Donezk. Zum ersten Mal überhaupt seit Beginn der Hilfstouren, begleiteten Buchs und Stücheli ein Volontär-Team, welche die Frontguys der Armee unterstützte. Von Poltawa führte die Reise mit zwei Fahrzeugen und Anhänger über Dnipro und Pavlohrad (hier wurden noch 150 Gas-Kartuschen eingekauft) nach Hryshyne nördlich der Stadt Pokrowsk, wo erste Frontkämpfer mit Lebensmittel, Tabak, Energiedrinks aber auch Matzratzen und Schlafsäcke versorgt wurden. Nach kurzem Schwatz ging es ohne Anhänger erst zum Stadtrand von Pokrwosk, wo an einer Tankstelle weitere Sachspenden an ein Frontteam übergeben wurde. Danach ging es südwärts nach Schewtschenko, wo ein weiterer Stop geplant war und Sachspenden verteilt wurden. Ein Kaffee und paar Kilometer weiter hinter einem Kohlebergwerk war der nächste Halt. Während dem man am Treffpunkt auf die Kontaktperson wartete, versorgten Buchs und Stücheli zurückgelassene Hunde mit Futter. Obschon diese sehr verängstigt und traumatisiert sind, waren sie nach wenigen Minuten auch sehr zutraulich. Als die Kontaktperson eintraf, fuhren das Team mit rasantem Tempo nahe der Frontlinie von Selydowe Richtung Frontstadt Kurachowe, welche an einem See liegt. Doch leider (oder vielleicht zum Glück) konnte das Team nur bis Andrijiwka fahren, da eine Brücke zerstört war. Dort wurden die letzten Sachspenden abgegeben und Diesel für die Rückfahrt bezogen. Danach ging es genau so rasant wieder zurück nach Pokrowsk und von da über Pavlohrad nach Poltawa, wo Buchs und Stücheli erneut übernachteten. Ein harter Tag und gefährlicher Tag mit 775km Strecke ging somit zu Ende.
Am nächsten Morgen, der ominöse Donnerstag eine Woche nach Start, trafen sich Buchs und Stücheli noch zu einem Kaffee mit Volontär Andrii, bevor die beiden Richtung Kiev aufbrachen. Nach einem Mittagessen in Velika Krucha haben die beiden kurz vor Kiev noch das total schmutzige Fahrzeug und den Anhänger etwas gewaschen. Der Plan war, für die Rückreise in die Schweiz dann den Anhänger im Bus zu verstauen, was weitere Zeit eingespart hätte. Doch es kam alles anders als geplant.
Denn mitten in Kiev auf der Palton-Brücke hatte das Team um 16 Uhr einen Unfall. Wegen der stark blendenden Sonne fuhr Buchs trotz Vollbremsung einem vorderen Fahrzeug auf. Er war auch abgelenkt durch den rasanten Feierabendverkehr und den zackigen Spurwechsel. So scherte unmittelbar vor dem Auffahrunfall ein Fahrzeug nach links weg. Der Aufprall war so heftig dass auch ein drittes Fahrzeug voraus beschädigt wurde. Doch zum Glück wurde niemand verletzt. Dank dem Freundes-Netzwerk in der Ukraine war rasch Hilfe vor Ort. So kam nach etwa 45 Minuten die Polizei und nochmals eine halbe Stunde später auch ein Vertreter der internationalen Versicherungsagentur, welche die Greencard regelt. Dieser organisierte nicht nur die beiden Abschlepp-LKW’s für den Bus und den Anhänger von KlotenHelpsUkraine, sondern auch einen befreundeten Garagisten, wo die Fahrzeuge hingebracht wurden. Buchs wurde, nachdem Unfallskizze und Protokoll ausgefüllt und Fotos gemacht waren, wegen Nichtanpassen der Geschwindigkeit und des Abstandes den Fahrausweis entzogen, da er nicht Ukrainer war. Damit wollte man verhindern, dass Buchs ausreist ohne die Busse zu bezahlen.
Am nächsten Morgen ging Buchs sodann um 10 Uhr zur Polizeihauptwache, welche dann mit ihm zum Gericht gefahren ist. Nach einem kurzen Protokoll und etwa 32 EUR weniger im Sack für die Busse und Gerichtskosten, konnte Buchs gegen 14.30 Uhr auf der Hauptwache seinen Fahrausweis wieder entgegen nehmen. Doch nun galt es die Rückreise in die Schweiz zu organisieren, da erst mit der Versicherung geklärt werden muss, ob das Fahrzeug repariert werden kann. Kurzerhand wurde über einen Freund ein Ersatzwagen für Volontäre organisiert. So war das Team von KlotenHelpsUkraine in Kiev noch mobil. Am Abend besuchten sie noch ein paar Sehenswürdigkeiten im Zentrum, bevor sie am Samstag mit dem Ersatzwagen nach Lviv fuhren.
In Lviv bezogen sie für zwei Tage ein Hotel um die Rückreise über Polen in die Schweiz zu organisieren. Zudem musste am Montagmorgen auch der Ersatzwagen abgegeben werden. Schnell war klar, dass man ab dem polnischen Rzeszow am Dienstagmorgen einen Flug nach Zürich haben wird. Die Frage war nur noch, wie kommt man von Lviv dorthin. Dank Hilfe beim Hauptbahnhof Lviv konnte über eine ukrainische App ein Zug bis zur Grenze gebucht werden. Die Strecke ab Grenze bis zum Flughafen musste über eine polnische App gebucht werden. Nach einer Sideseeing-Tour durch Lviv und einer letzten Nacht, brachen Buchs und Stücheli am Montagmittag mit dem Zug Richtung Polen auf. Doch weil die Reise bis zur Grenze und auch die Grenzkontrolle in Przemysl über eine Stunde länger dauerte, als gemäss Fahrplan vorgesehen, wurde natürlich der Anschlusszug zum Flughafen verpasst. Sichtlich genervt nahm das Duo ein UBER bis zum Flughafen, wo sie dann gegen Abend endlich eintrafen. Nach einer schlaflosen Nacht konnten sie um 3.45 Uhr einchecken und das Gepäck abgeben, bevor sie um 5.30 Uhr nach Warschau flogen. Dort ging es dann ohne grosse Pause gleich weiter nach Zürich, wo die beiden von KlotenHelpsUkraine gegen 10 Uhr am Dienstagmorgen letzte Woche sichtlich müde eintrafen und abgeholt wurden.
Nach einer weiteren Woche ist nun auch bereits klar, dass das Fahrzeug wohl repariert wird. Da die Kosten für Material und Arbeit in der Ukraine um das x-fache günstiger sind, fiel die Offerte für die Reparatur unerwartet tiefer aus. Buchs plant, die nächste Reise vorzuziehen und das Fahrzeug bereits Anfang Dezember abzuholen.
Die nächste Reise ist im Dezember 2024 geplant.
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