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1’000 Tage Ukraine-Krieg

19. November 2024 Dani Comments Off

Heute sind es 1000 Tage, oder fast drei Jahre her, als russische Truppen am 24. Februar in den frühen Morgenstunden an mehreren Orten mit Panzer illegal in die Ukraine einmarschiert sind. 1000 Tage Zerstörung und Tod; 1000 Tage der Zermürbung für Menschen vor Ort; 1000 Tage Ungewissheit für Geflüchtete, ob sie je wieder in ihr Dorf und ihr Haus zurückkehren können.

Auch nach so langer Zeit ist für die ukrainische Bevölkerung längst nicht an Normalität zu denken. Gerade die Angriffe in den letzten Tagen auf zivile Gebäude und Infrastrukturen in Odessa, Saporischschja, Kharkiv, Kiev, sowie vielen weiteren Orten, zeigen, wie gefährlich der Alltag in der Ukraine noch immer ist. Längst ist der Krieg zur traurigen Realität im Alltag geworden. Im Kontrast stehen die massive Zerstörung im Osten der Ukraine und die ausgelassenen Stimmungen in Strassencafés in Kiev oder Lviv. Doch das Leben muss irgendwie weitergehen.

Am meisten unter dem Krieg leiden jedoch die Kinder. Jeden Tag durch das zerstörte Dorf in den Kindergarten oder in die Schule zu laufen, ist psychischer Stress pur und wird garantiert noch Jahre später tiefe Narben hinterlassen. Zu oft sah ich bei meinen Reisen in den Dörfern die traurigen Augen der traumatisierten Kinder. Ein kleines Stofftier zauberte für kurze Zeit oft ein Lächeln ins Gesicht und die strahlenden Augen lassen Hoffnung erahnen. Gerade für diese neue Generation der Ukraine ist es daher wichtig, unsere Hilfe weiterhin aufrecht zu halten.

Deshalb möchten wir für die kommende Weihnachtstour nicht nur Kleider oder andere Sachspenden sammeln, sondern werden spezifisch auch eine Kinder-Geschenkaktion starten. Weitere Informationen folgen noch im Laufe dieser Woche.

Leider ist ein Ende des Krieges nicht in Sicht. Die ukrainische Armee steht besonders in der Ostukraine massiv unter Druck. Da hilft auch die unterschiedliche Unterstützungs-Strategie der westlichen Staaten nicht wirklich. Aber was sicher weder der Ukraine noch den überlebenden Menschen vor Ort hilft, ist die aufkommende politische Diskussion, freiwillig auf die illegal besetzten Gebiete zu verzichten. Solche Aussagen sind ein Schlag ins Gesicht für die Ukrainerinnen und Ukrainer. Denn so sicher wie das Amen in der Kirche ist, dass sich Putin auch in Zukunft weder an neue Abkommen oder Verträge, noch an Gerichtsentscheide halten wird.

Grosse Dankbarkeit

Quasi ab Tag 1 habe ich mit der direkten Hilfe für die Ukraine Ende Februar 2022 begonnen. Daraus ist in den 33 Monaten ein grosses familiäres Team geworden; wir durften viele neue Freunde kennenlernen und fanden immer mehr Unterstützung, für die wir Euch unendlich dankbar sind! Aber noch viel wichtiger für mich persönlich sind die zahlreichen dankbaren Reaktionen aus der ukrainischen Bevölkerung für unsere Hilfe vor Ort. Das Gefühl einer älteren Person notwendige Unterstützung im umkämpften Yassiw Yar persönlich zu überbringen und dabei die warmherzige Dankbarkeit zu spüren, ist unbeschreiblich. Genau so herzlich sind all die Begegnungen mit den vielen Kindern, welchen wir unsere Sachspenden bringen durften. Doch auch wir mussten uns eingestehen, wir können nicht überall und nicht allen helfen, auch wenn es manchmal schmerzt dies zu akzeptieren.

Wir danken allen herzlichst für die Unterstützung und die Spenden, welche unsere Arbeit erst ermöglichen. Es ist uns bewusst, dass es auf der Welt, sogar innerhalb Europas, leider auch noch andere traurige Konflikte, Katastrophen und Schicksale gibt. Genauso wie der Angriffskrieg Russlands nimmt leider auch die Not der Menschen in der Ukraine kein Ende. Umso wichtiger ist es, den Menschen im Kriegsgebiet einen kleinen Lichtblick zur Weihnachtszeit zu geben. Deshalb bitten wir Euch, uns weiterhin so gut wie möglich zu unterstützen, damit wir weiterhin die notwendige Hilfe für die Ukraine leisten können. Danke!

Dani Buchs