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14. Reise – Längste Hilfstour bislang

6. Januar 2025 Dani Comments Off

Mit bisher über 75’000 zurückgelegten Kilometern in 13. Reisen, war wiederum über die Weihnachtsage eine Hilfstour in die Ostukraine geplant. Wir müssen ja auch unser repariertes Fahrzeug (nach Unfall in Reise 13) wieder in Kiev abholen.

Mit drei Stunden Verspätung sind wir am 21. Dezember um Mitternacht Richtung Deutschland gestartet. Das erste Mal sogar zu Dritt mit unserer Finanzchefin Mägi und Volontär Ueli.

Nach 15.5h sind wir nahe der Grenze in Korczowa PL eingetroffen. Doch diesmal steht die Kolonne schon 2km vorher, statt wie üblich 1km. Die angegebenen 34min “Stau” bedeuten aus Erfahrung jedoch mindestens 2h Wartezeit, bis wir auf das Zollareal einfahren können.  🤔🥺

Währenddessen verköstigen wir uns mit Doris’s feinem Speckbrot und Landjäger. 😋 Herzlichen Dank 🙏

Nach 5h Wartezeit für die 2km bis zur Grenzzone (es kamen 2 Konvois mit milit. Material und unzählige Lastwagen inkl. Windrad) brauchten wir nur 30min für die beiden Grenzkontrollen. Allerdings gab es den legendären Hotdog inkl. Volltanken erst bei der 2. Tankstelle. 

Nach der durchgefahrenen Nacht von Sonntag auf Montag war gestern ein heavy Tag. Kurz vor 10 Uhr waren wir pünktlich in Borodjanka; der LKW kam um 11 Uhr. Wir haben bis 15 Uhr alles ausgeladen. Danach holten wir noch eine Ladung Sachspenden in unserem alten Zwischenlager ab. Im Anschluss bezogen wir unsere Waldhütte, bevor wir unseren Freund Anatolji mit seiner Frau Alah zum Nachtessen trafen.

Gestern Dienstag 24.12. haben wir den Rest aus unserem alten Lager in die neue Halle gezügelt. Danach haben wir alle zusammen die ersten Pakete der Kindergeschenke vorbereitet. Mit Mägi und Vadym haben wir zuvor noch den Kindergarten und das Bansky-Graffiti in Borodjanka besucht. Am Abend waren wir dann zuhause bei Anatolji und Alla zum Essen eingeladen und erzählten über unsere erste Begegnung vor drei Jahren und die ersten Tage des Krieges.

Am Tag darauf, heute ist Weihnachten, waren wir zusätzliche Sachspenden einkaufen, haben 120 Kindergeschenke für die Ostukraine fertig eingepackt und die Planung der nächsten Tage vorbereitet. Danach assen wir gemütlich unser Weihnachtsessen in der Waldhütte. 

Wir wünschen Euch einen fröhlichen und friedvollen Weihnachtsabend.

Gestern 26. Dezember konnten wir gegen Abend endlich unser frisch reparierten Bus in Kyiv abholen.

Am nächsten Morgen 27.12. verliessen wir nach einer schlaflosen Horrornacht (wegen den Hüttennachbarn) die Waldhütte etwa 2h zu spät. In Borodjanka wurden beide Fahrzeuge beladen, unterwegs noch restliche Sachen für Kinder eingekauft. Am Abend fuhren wir dann mit beiden Fahrzeugen bis kurz vor Poltawa, wo wir übernachteten. Mägi blieb jedoch in Kiev und traf ihre langjährige Freundin aus Dnipro, welche sie zehn Jahre nicht mehr gesehen hatte.

Routen:
Waldhütte – Borodjanka – Reschetyliwka, 385km

Am Samstag 28.12.24 fuhren Ueli, Vadym und ich Richtung Kharkiv, als nach knapp 1.5h in Poltawa unser blauer Bus plötzlich streikte. Die Batterie war leer und nach einem Check in der Garage, stellte sich heraus, dass das Lager im Alternator defekt war und einen Kurzschluss auslöste. Wohl noch ein Schaden aus unserem Unfall im Oktober. 5h später konnten wir dann doch noch nach Kramatorsk weiterfahren, wo wir kurz nach 21 Uhr eintrafen.

Routen:
Reschetyliwka- Kharkiv- Kramatorsk, 380km

Heute Morgen 29.12. haben wir in Kramatorsk die Sachspenden ausgeladen, da wir gestern erst nach “Closing-Time” eintrafen und bereits dunkel war.  Nach ein paar Interviews mit den Kindern, welche von uns Geschenke bekamen, fuhren wir um 11 Uhr zurück Richtung Kharkiv – Poltawa. Nach einem Tankstopp um 16.30 Uhr nahe Poltawa fuhren Ueli und Vadym mit Sachspenden nach Kharkiv und ich mit unserem repariertem Bus und Anhänger nach Borodjanka. Hier habe ich nun eine 2. Ladung mit Sachspenden für Kramatorsk vorbereitet.
Nun frisch beladen geht es um 22.00 Uhr MEZ erneut Richtung Poltawa.

Routen:
Kramatorsk- Kharkiv – Reschetyliwka- Borodjanka- Voinykha, 1031km

Nach kurzem 4-stündigem Schlaf bin ich heute Morgen Montag 30.12. um 6.30 Uhr bereits weiter nach Kramatorsk gefahren, wo ich nach 390km um 12.30 Uhr das 2. Mal innert 25h eintraf.

Nach dem Entladen der weiteren 635kg Sachspenden, machten wir ein feierliches Abschiedsessen mit dem Team des TATOhub’s. Es gab ukrainische Spezialitäten mit Schweizer Rotwein & Bier, sowie zum Dessert Doris legendären Zitronenkuchen.

Danach fuhr ich zurück nach Kharkiv wo ich am Abend mein Freund Dmitri mit seinem Sohn zu einem Kaffee traf. 1h später bin ich bereits über Poltawa wieder unterwegs nach Borodjanka. Wegen Nachtsperre um 24 Uhr, nun doch noch kurz vor Kyiv eine Zwangspause um 01.00 Uhr.

Routen:
Voinykha – Kharkiv – Kramatorsk (487km)
Kramatorsk- Kharkiv – Boryspil-Kiev (646km) = 1131km

Heute Dienstag 31.12. war ein sehr schlechter Tag. Nach einer ganz kurzen Nacht und einer Extrafahrt nach Borodjanka um die restlichen Sachspenden für den nationalen Katastrophenschutz DSNS abzuholen, mussten wir vor dem Mittag bei deren Lager in Kiev sein. Da jedoch niemand verantwortlich sein und unterschreiben wollte, wurden wir an vier weitere Personen verwiesen, mit denen wir telefonierten. Nach etwa 4.5 Stunden haben wir die Übung genervt abgebrochen. Nach dem Einkauf von Getränke ging es zurück ins Hotel, wo sich Daniel um 16.30 Uhr ko ins Bett legte. Mägi, Ueli und Vadym gingen zusammen noch an ein Abendessen.

Wir wünschen allen einen guten Rutsch ins neue Jahr und bedanken uns bei Allen für die tatkräftige und grosszügige Unterstützung. Für das neue Jahr wünschen wir viel Glück, beste Gesundheit und vor allem Frieden auf der Welt 🙏💪👼🕊. Denkt heute auch an diejenigen, welche kein Zuhause mehr haben (Mensch wie auch Tiere) oder ihre Familie verloren haben. 🥺

Beste Grüsse
Mägi, Dani, Ueli & Vadym

2025: Ein neues Jahr, neues Glück, neue Hoffnung…so hoffen wir wenigstens.

Ich war gestern nach den drei stressigen Tagen so am Ende, dass ich Silvester alleine im Hotel verschlief. 

Doch heute Morgen hat das Jahr schlecht angefangen. Nicht nur weil jemand im Zimmer unter uns bis um 6 Uhr laute Bassmusik laufen liess. Um 7.30 Uhr bin ich erneut aufgewacht, weil ich zwei heftige Explosionen in der Nähe hörte. Kurz darauf stellte sich heraus, dass ein 6-stöckiges Wohnhaus in knapp 1.8 – 2km Entfernung zu unserem Hotel bombardiert wurde..

Soviel dazu (an die SVP’ler) dass es nur im Osten und Süden der Ukraine gefährlich ist und alle anderen Ukrainer besser nach Hause zurück gehen und helfen sollen das Land aufzubauen. 😡 Hapyy new Year!

Heute am 01.01.25 haben wir alles Material für den DSNS, welches wir gestern nicht übergeben konnten, wieder zurück nach Borodjanka in unser Lager gebracht. Vadym und ich haben gleichzeitig dort etwas aufgeräumt und Sachspenden für Chmelnyzky aufgeladen, bevor wir nach einem kurzen Lunch bei Anatolji nach Kyiv zurück gefahren sind.
In Kyiv haben wir bei Vadym zuhause seine Sachen für den Umzug in die Schweiz abgeholt und er hat sich von seiner Familie verabschiedet. Morgen ist der letzte Tag in Kyiv, bevor wir alle mit zwei Fahrzeugen zurück fahren.

Donnerstag 02.01.25:
Wir waren nochmals kurz in der Garage. Da aber die bestellten Teile nicht da waren, besuchten wir noch Volodimir (Vater von meinem Freund Markian) bevor wir Kyiv verliessen.

Spontan waren Vadym und ich in Richtung Tschernobyl unterwegs, wo wir dann 20km vorher vom Militär bei einer Sperre aufgehalten wurden. Ok, zugegeben: es war wohl etwas naiv von mir zu denken, man kann dort einfach hinfahren, wenn es für Touristen geöffnet ist 🤔🤷‍♀🙈

Zufahrt ist nur mit militärischer Bewilligung oder mit offiziellen ausgebildeten Tourguides möglich. Man muss jedoch mind. 10 Arbeitstage vorher sich anmelden. Somit wird dieser Task erneut verschoben 🤷‍♀Wir sind nun unterwegs Richtung Chmelnyzky zum Dorf von Vadims Onkel und Cousins, wo wir heute übernachten werden.

Mägi und Ueli sind ebenfalls heute in Kiev gestartet, Richtung Polen und Deutschland. Nachdem sie sich offenbar bei L’viv verfahren hatten, kamen sie gegen Abend an der PL-Grenze an.

Mägi meldet 17:30-00:30 reine Wartezeit!!

Freitag 03.01.25: Mägi und Ueli kamen nach der langen Wartezeit an der Grenze gut voran. Die Kontrolle alleine dauerte gut eine Stunde.

Vadym und ich schliefen in Poninka im Bezirk Chmelnyzky. Heute Morgen lag dort der erste Schnee. Nach dem Zahnarzt ging es flott mit 1.5h Verspätung nach Chmelnyzky. Hier beim TATOhub übergaben wir die mitgeführten Sachspenden. Bereits das dritte Mal unterstützen wir hier vertriebene Familien aus der Ostukraine und bringen auch Geschenke und Spielsachen für die Kinder.

15.00 Uhr: Soeben hat Mägi in Drochow (DE) Ueli, abgeladen, welcher ein paar Tage die Grosseltern besuchen wird. Sie fährt nun alleine den Rest nach Hause.

Nach Chmelnyzky fuhren Vadym und ich weiter nach L’viv, wo wir noch bestellte Waren abholten. Danach gingen wir in einem georgischen Restaurant abendessen, bevor wir unser Hotel bezogen.

Da Vadym noch nie in L’viv war, besuchten wir heute 04.01. nach dem Ausschlafen und dem feinen Frühstück das Zentrum von Lwiw. Danach waren wir noch auf dem berühmten Lychakiv-Friedhof und dem Soldaten-Friedhof.

Mägi ist um 15 Uhr wohlbehalten aber müde mit dem weissen Bus nach 6125km in Nürensdorf eingetroffen. 💪 Wir bedanken uns nochmals herzlichst bei Katja und Roman, welche uns das Fahrzeug freundlicherweise zur Verfügung stellten. 

Vadym und ich sind nach einem Abstecher in die verschneiten Karpaten soeben an der UA-PL Grenze angekommen. Jedoch haben wir dank einer Telegram-Gruppe einen südlicheren Übergang als üblich gewählt. Es waren zwar 1.5h Umweg aber dafür sollte es hier rasch gehen. Vor uns warten etwa 8 Fahrzeuge.

Doch es war wohl nix mit “schneller” 🤷‍♀ Auf der PL-Seite geht es sehr langsam, weshalb in der UA gedrosselt wird. Nach 2h 50min endlich beim Customs UA. 20 min vor der Barriere als 2. Fahrzeug gewartet, weil sie in zwei Spuren (voll mit Autos) den Schlagbaum nicht öffnen konnten 🙈 Nun mit Umweg über die 3. Spur endlich bei der Passkontrolle. Inzwischen sind wir fast 4h hier und haben noch den PL-Zoll vor uns.

UA-Kontrolle in 10min war problemlos. Doch die PL-Passkontrolle machte viel Theater mit Vadym, weil er kaum Bargeld bei sich hatte. Nachdem ich dann den Zöllner darüber aufgeklärt hatte, dass er nach europ. Recht für den Transit kein eigenes Geld benötigt und ich für ihn in der Schweiz bürge, und wir auch sämtliche Dokumente für ihn dabei hatte, durften wir passieren. Die PL-Zollkontrolle verlief mit 5min sehr freundlich und zügig. 💪

Heute Sonntag 05.01. ist der wohl letzte Tag der 14. Reise.

Nachdem wegen dem langen Grenzaufenthalt unsere geplante Übernachtung in Katowice ausfiel, sind wir nun nach zwei kurzen Schlafpausen von je zwei Stunden Nahe von Prag. Unser Bus hat nun 330’000km auf dem Zähler. 💪 Leichter Schneeregen hier… 🌨⛈. Weiter geht’s über Deutschland – Grenzübergang Diessenhofen nach Kloten. Die Reise durch die Westukraine, Polen und Tschechien war wegen des heftigen Schneefalls sehr herausfordernd. Nach der deutschen Grenze wechselte das Wetter zu leichtem Regen bis Schneeregen.

Vor 4 Tagen sind Vadym und ich im Hotel in Kyiv aufgebrochen Richtung Tschernobyl. Nun sind wir, nach einem kurzen Shopping-Abstecher zum Flughafen Zürich, gegen 20 Uhr endlich zuhause angekommen. 

Seit wir den blauen Bus am 27. Dezember in Kyiv abgeholt hatten, haben wir bis heute Abend damit 5882km gemacht. Dies nicht zuletzt wegen den zwei Fahrten Kyiv – Kramatorsk. 

Diese 14. Reise war für unser Team in allen Belangen die wohl Ausserordentlichste. Zum ersten Mal sind wir zu Dritt, teilweise zu viert, unterwegs gewesen und das mit zwei Fahrzeugen, plus gleichzeitig noch ein LKW.

Wir haben fast 9 Tonnen Material gebracht und vor Ort etwa 3.8 Tonnen, sowie 123 Geschenke an Kinder verteilt. Mit beiden Fahrzeugen 🚍 sind wir 12’007km abgefahren. 💪🙈